Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
ich habe Ihnen versprochen mich für die Belange der Region
in der Landeshauptstadt einzusetzen. Daher sollen Sie an dieser
Stelle auch erfahren, wie ich dieses in einem unsere Region zur
Zeit beherrschendem Thema tue.
Friedrichskooger Fischereihafen: Fünf Fragen-fünf Antworten
Seit
knapp 7 Jahren begleite ich das Thema zur Optimierung der Nutzung
des Friedrichskooger Hafens und weiß sehr wohl um seine Bedeutung
für die gesamte Region Süderdithmarschens und das aus
den unterschiedlichsten Blickwinkeln.
Als da sind: Tourismus mit Tagestourismus in der gesamten Region,
Heimathafen der Friedrickskooger Fischerei, "Gewerbegebiet"
der Marscheider Werft, Sportboothafen, Ent- und aber auch Bewässerung
bei Trockenzeiten zur Wasserhaltung u.a. für die landwirtschaftlichen
Fläche, Servicehafen für Personentransporte zur Mittelplate
(derzeit über den Autoweg über Cuxhaven realisiert), Seewasserzufuhr/-austausch
der Seehundstation.
Mit Sicherheit bürgt diese Aufstellung nicht für Vollständigkeit,
sie gibt jedoch einen Überblick über die Vielfalt der
Wichtigkeit des Hafens.
1. Was tun Sie, um für die beabsichtigte Hafenschließung
eine Alternativlösung auszuarbeiten?
Ich habe die Initiative zu einem ersten Gedankenaustausch, am 24.6.,
zur Rettung des Hafens ergriffen und Vertreter der Wirtschaft,
der Wirtschaftsförderung, die Vertreter der Fischerei, Vertretern
des Deich- und Hauptsielverbandes , Vertreter der politischen Gremien
der Gemeinde, den Bürgermeister, die Verwaltung des Amtes und
des Kreises eingeladen. In einer konstruktiven Diskussion haben
wir das weitere Vorgehen und mögliche Ansätze besprochen,
die nunmehr federführend vom Kreis Dithmarschen koordiniert
werden. Erste Gespräche haben bereist wie bekannt stattgefunden.Hier
stehe ich im Dialog.
2. Wie weit und wie oft stehen Sie deswegen mit den Betroffenen
nicht nur in Friedrichskoog, sondern auch im Kreis in Verbindung?
Mit den Vertretern der Fischerei fast täglich und anderen Institutionen
bei Bedarf.
3. Liegen Ihnen genaue Zahlen für die jährlichen Hafenkosten
vor, so dass klar ist, was in einem Alternativkonzept aufgefangen
werden muss? Ist so etwas bis Dienstag noch machbar?
Es liegen mir die Zahlen vor, die dem Kreis Dithmarschen vorliegen.
Diese Zahlen sind mir persönlich aber nicht aussagekräftig
genug. Um eigene Ansätze zum Erhalt des Hafens aufstellen zu
können, müssen dann auch mögliche finanzielle Beteiligung
Hamburgs im Zuge der Elbvertiefung als Ausgleichszahlungen herangezogen
werden.
Das Sperrwerk dient meines Wissens im Zuge der Deichlinie auch als
Küstenschutzmaßnahme, so dass in der Gesamtkostenbetrachtung
der funktionelle Erhalt und insbesondere das Bauwerk turnusmäßigen
Überprüfungen unterliegt. Also ein Punkt, der nicht unerheblich
ist.
Dieses schient bis Dienstag nicht realisierbar zu sein.
4. Sind Sie als gewählte Abgeordnete für den Kreis
Dithmarschen für die Schließung des Hafens oder dagegen?
Wie oben bereits detailliert ausgeführt, kann ich aus heutiger
Erkenntnis für die Notwendigkeit des Hafens für die gesamte
Region, nicht für die Schließung sein. Sehe aber auch
die Erfordernis der Haushaltskonsolidierung, aber in einem offenen,
fairen und transparenten Verfahren, so wie ich es immer eingefordert
habe. Ich schließe ein Basta in diesem Punkt derzeit aus.
Ich bin aber auch überzeugt, dass der Landesrechnungshof, der
in seinem Bericht sehr kritisch mit den Behörden umgeht, und
der die Schließung bereits seit mehreren Jahren einfordert,
sich nicht mit den Problemen der südlichen Region Dithmarschens
auseinandergesetzt hat.
5. Wenn Sie dagegen sind: Wie werden Sie am Dienstag abstimmen,
wenn das Kabinett seinen Haushaltsentwurf mit dem Sparpaket vorlegt?
Da ich nicht Mitglied der Landesregierung bin, muss ich am Dienstag
nicht abstimmen. Ab Dienstag läuft das parlamentarische Verfahren,
um dann vermutlich im Dezember den Haushalt zu verabschieden.
Ich gehe davon aus, dass wir uns noch in einem offenen Verfahren
bewegen.
Weitere Gespräche u.a. mit Hamburg strebe ich an. Getreu dem
Motto, die Hoffnung stirbt zuletzt.
Informationen zu den Sparvorschlägen der Landesregierung
Das
Ziel der Landesregierung und der sie tragenden Fraktionen, bis zum
Jahr 2020 ohne neue Schulden auszukommen, wurde im Land einhellig
begrüßt. Seitdem die Vorschläge der Haushaltsstrukturkommission
veröffentlicht wurden, mehren sich auch Proteste. Diese sind
aus Sicht jedes einzelnen Betroffenen verständlich. Die Kürzungen
der Ausgaben muss jedoch in dieser Höhe erfolgen, will Schleswig-Holstein
nicht in spätestens zehn Jahren griechische Verhältnisse
bekommen.
Landesregierung und die sie tragenden Fraktionen stellen sich offensiv
der Diskussion. Die einzelnen Vorschläge der Haushaltsstrukturkommission
sind seit heute Mittag im Detail und mit Erläuterungen unter
folgendem Link einsehbar:
http://www.schleswig-holstein.de/STK/DE/Schwerpunkte/Haushaltskonsolidierung/Wosparen/wosparen__node.html
Diese Vorschläge werden jetzt in den Kabinettsentwurf für
den Doppelhaushalt 2011/12 einfließen und anschließend
im parlamentarischen Verfahren diskutiert. In der Dezembersitzung
2010 des Landtages wird der Doppelhaushalt abschließend beraten
und verabschiedet. Selbstverständlich können deshalb noch
Änderungen erfolgen. Nicht geändert werden kann aufgrund
der Haushaltslage und den Vorgaben sowohl des Grundgesetzes als
auch der Landesverfassung allerdings das Einsparvolumen: Soll ein
Vorschlag nicht umgesetzt werden, muss er deshalb durch einen mehrheitsfähigen
Vorschlag des gleichen Einsparvolumens ersetzt werden.
Bereits vor zwei Wochen hatte die CDU-Fraktion in einer Broschüre
(http://www.cdu.ltsh.de/media/finanz.pdf)
schonungslos über die finanzielle Situation Schleswig-Holsteins
aufgeklärt.
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